Milchersatz: Welche Alternativen zu Milch gibt es?

Ene mene muh, raus ist die Kuh(milch). Die klassische Kuhmilch bekommt immer mehr Konkurrenz. ​Alternativen zu Kuhmilch sind gefragter denn je. Ob im Müsli am Morgen, im Latte Macchiato oder Nachtisch: Milch-Ersatz liegt sowas von im Trend. “Ersatz-Milch” gibt es beispielsweise auf Basis von Soja, Nüssen und Mandeln, Getreide und Kokos. Es gibt viele Gründe, warum Kuhmilch nicht mehr den Weg in den Einkaufskorb findet und die pflanzliche Alternative favorisiert wird. Mal ist eine Allergie oder eine Unverträglichkeit (am bekanntesten ist hier die Laktoseintoleranz), mal aber auch die Entscheidung vegan zu leben oder eben auch einfach mal was Neues zu testen.

Good to know vorab: PflanzenDRINKS, so müssen Milchalternativen offiziell deklariert werden.  So sieht das eine europäische Verordnung zum Schutz der Bezeichnung von Milch und Milcherzeugnissen bei ihrer Vermarktung vor. Die einzige Ausnahme besteht bei der KokosMILCH, die darf das Wort “Milch” in ihrer Bezeichnung tragen. Wieso trägt die Kokosmilch diesen Sonderstatus? Weil sie schon vor der Verordnung und vor Verbotsaufhebung der Milch-Alternativen als solche auf dem Markt war. Naja, hauptsache es schmeckt!

1. Sojadrink

Sojamilch wird im Prinzip aus zwei Zutaten hergestellt: Sojabohnen und Wasser. Im ersten Schritt werden die Sojabohnen vermahlen, das gewonnene Püree anschließend aufgekocht und die festen Bestandteile später herausgefiltert. Was dann übrig bleibt, ist der Sojadrink: eine milchige Flüssigkeit, die mit Aromen, Konservierungsstoffen und ggf. Zucker vermischt wird.
Manchen Sorten sind außerdem noch Mineralstoffe und Vitamine zugesetzt. Sie enthält bei gleichem Eiweißgehalt teilweise weniger Kalorien, weniger Zucker und weniger Fett als Milch.

Wofür sie sich besonders gut eignet? Als Alternative zum Backen und ganz wichtig für alle Coffee-Lover unter uns: zum Aufschäumen!

2. Haferdrink

Hafermilch wird nur aus Haferflocken und Wasser hergestellt. Dazu werden die Flocken in Wasser eingeweicht und püriert. Nach einer kurzen Fermentationsphase wird der Haferbrei gefiltert. Die Flüssigkeit, die in diesem Prozess entsteht, ist dann die Hafermilch. Ups, tschuldigung: Haferdrink! Er ist reich an Ballaststoffen und besitzt wenig gesättigte Fettsäuren. Von Natur aus haben Haferdrinks einen hohen Zuckeranteil, Gluten ist natürlich auch enthalten. Mitunter werden von einigen Herstellern Vitamine und auch Calcium zugesetzt.

Wofür sie sich besonders gut eignen? Zum Kochen und Backen. Ihre Süße macht sich außerdem gut im Müsli und Porridge. Im Kaffee ist der Haferdrink ebenfalls nicht zu verachten, am besten in Kombination mit Espresso.

3. Mandeldrink

Der leicht süßliche Milch-Ersatz aka Mandeldrink. Mandeln, die zu feinem Mandelmehl gemahlen werden, mal sind sie frisch geröstete, mal nicht. Das sogenannte Mehl weicht man so lange in heißes Wasser ein, bis es sich zu einer milchartigen Konsistenz entwickelt. Danach wird die Mandelmilch durch ein Sieb gegossen, weshalb sie einen sehr hohen Wasseranteil hat.
Mandelmilch hat ein leckeres, nussiges Aroma. Sie ist gluten- sowie laktosefrei. Mandelmilch enthält fast so viel Fett und Kalorien wie Kuhmilch. Im Gegensatz zur klassischen Kuhmilch bietet sie jedoch weniger Eiweiß und Kalzium. Dafür überzeugt sie aber mit ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen. Mandelmilch kann man gesüßt und ungesüßt ergattern.

Wofür sie sich besonders gut eignet? Wegen ihres Aromas eignet sie sich gut für Smoothies, Müslis oder Porridge, zum Backen oder für die Zubereitung von Süßspeisen. In hippen Kaffeebars wird Mandelmilch auch als Milchersatz angeboten.

4. Kokosmilch

Kokosmilch ist der Exot unter den Milchalternativen. Kokosmilch schmeckt exotisch, fruchtig und intensiv. Das Gute: Sie kommt meist ohne Zuckerzusatz aus, da sie von Natur aus süß ist.

Wofür sie sich besonders gut eignet? Durch ihre cremige Konsistenz ist sie auch ganz wunderbar zum Verfeinern von Gerichten geeignet. Aber auch im Smoothie oder Müsli macht sie eine gute Figur. Manche nehmen Kokosmilch auch zum Kaffee!

5. Reisdrink

Für die Herstellung des Getreidedrinks wird Vollkornreis gekocht, püriert und anschließend mit Wasser gemischt und meist gefiltert. Im nächsten Produktionsschritt wird die Stärke im Reis fermentiert und in Zucker umgewandelt. Durch die Fermentation entsteht ein natürlich süßer Geschmack. Danach wird der Flüssigkeit Pflanzenöl zugefügt. Manche Hersteller geben zudem Salz, Zucker, Stabilisatoren oder pflanzliche Verdickungsmittel dazu. Geschmacklich ist sie sehr dezent mit leicht süßlicher Note.

Wofür sie sich besonders gut eignet? Ein Allrounder in der Küche, wie zum Beispiel für Milchreis, Smoothies oder andere Süßspeisen.

6. Hanfdrink

Klingt abgefahren, ist aber meeeeeega hip: “Milch” aus reinen Hanfsamen, der Hanfdrink, auch bekannt als Trinkhanf. Dieser cremige Milchersatz gilt als Geheimtipp unter Hollywood-Stars und ist inzwischen auch bei uns zu haben.
Hanfdrinks gelten darüber hinaus als leicht verdaulich. Ein Pflanzendrink mit besonders viel Eiweiß, arm an gesättigten Fettsäuren und cholesterinfrei.

Wofür sie sich besonders gut eignet?  Ganz wunderbar zum Kochen und Backen und zwar ohne Grinse-Effekt ;-)! 

Das war's schon? Nein! Neben den erwähnten Milchalternativen gibt es noch Dinkelmilch, Haselnussmilch, Cashewmilch und Macadamiamilch.

Mandelmilch selber machen

Und zu guter letzt noch ein kleiner DIY-Tipp! Mandelmilch lässt sich auch ganz prima selber machen:

  1. 200 g Mandeln über Nacht oder acht bis zehn Stunden in kaltem Wasser einweichen. Gieße das Wasser dann ab und ersetze es durch einen Liter frisches Wasser, das du mit den Mandeln in einen Hochleistungsmixer gibst. Falls du deine Milch süßer magst, gibt etwas Agavendicksaft hinzu. In etwa einer Minute werden die Mandeln fein zerkleinert. Das entstandene Mus filterst du dann durch ein feines Sieb. Im besten Fall nimmt man dafür einen speziellen Nussmilchbeutel (den kannst du online bestellen), alternativ geht es aber auch mit einem engmaschigen Wäschenetz.
  2. Spanne dein Netz über ein Gefäß und gieße die Mixtur aus dem Mixer ins Netz, sodass die Nussmilch unten ins Gefäß tropft. Wring dein Netz gut aus, um möglichst viel Milch aus dem Mandelmus herauszupressen.
  3. Fülle die fertige Nussmilch in eine gut verschließbare Flasche, dann hält sie im Kühlschrank bis zu vier Tage. Wer die Mandelrückstände im Netz auch nutzen möchte, kann sie trocknen und als Mandelmehl verwenden.