Hallo ungebetener Gast aka Sommergrippe

Arbeiten trotz Krankschreibung: Darf ich das?

Hallo ungebetener Gast aka SommergrippeAuch im Sommer sucht uns die eine oder andere Krankheit heim. Aber was darf ich eigentlich, wenn ich krank bin und worauf muss achten? Wir haben nachgeforscht: Arbeiten trotz Krankschreibung: Darf ich das? Mal einen Kaffee im Park oder im Cafe nebenan genießen? Und was ist mit den alltäglichen Dingen, die ich ohnehin erledigen muss? Sind die erlaubt? Fragen über Fragen.

Was musst du bei einem Krankheitsfall beachten?

Wichtig ist es bei allen Krankmeldungen die Formalien zu beachten. Informiere dich vorab, wie und bei wem du dich abzumelden hast. Grundsätzlich musst du deinen Arbeitgeber umgehend darüber informieren, dass du krank bist und wie lange. Bei einigen Unternehmen kann dies sehr locker geregelt sein, während andere alles genau dokumentieren. Das Gesetz schreibt vor, dass du deinen Arbeitgeber unmittelbar informierst und er diese Info auch erhält. Das heißt, du musst einen Weg wählen, der ihn auch erreicht. Also keine Flaschenpost, sondern Telefon, E-Mail oder ein Medium, das der Arbeitgeber regelmäßig abruft.

Wann ein Attest vorgelegt werden muss, ist abhängig vom Arbeitgeber. Hierbei solltest du einen Blick in deinen Arbeitsvertrag werfen, denn der Zeitpunkt kann variieren. Einige Arbeitgeber möchten gerne direkt zum ersten Tag ein Attest erhalten, während es bei anderen erst zum dritten bzw. am vierten Tag vorgelegt werden muss. Rechtlich sind drei Tage vorgesehen. Dann muss das Attest beim Arbeitgeber vorliegen (Paragraph 5 - Entgeltfortzahlungsgesetz).

Sollte dein Arzt dich für drei Tage krankgeschrieben haben und du dich bis dahin immer noch krank fühlst, brauchst du eine Folgebescheinigung. Denk daran, auch hier rechtzeitig zum Arzt zu gehen, deinen Arbeitgeber wieder zu informieren und die Bescheinigung innerhalb der Frist einzureichen. 

Arbeiten trotz Krankschreibung: Bin ich versichert?

Wer kennt es nicht: Man wird vom Arzt krankgeschrieben und fühlt sich nach kurzer Zeit schon wieder viel besser. Die Pflicht ruft und eigentlich möchte man nichts liegen lassen. Doch darf man vor Ablauf der Krankschreibung wieder zur Arbeit und ist man dann überhaupt versichert? 

Eine Krankschreibung oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist eine vom Arzt gestellte Prognose über den zu erwartenden Krankheitsverlauf. Die Krankmeldung stellt also fest, dass du aktuell krank bzw. nicht in der Lage bist, deine Arbeit auszuüben und gibt eine Prognose darüber, wie lange du ausfallen wirst. Ein Attest ist also kein Arbeitsverbot. Ob du nun krankgeschrieben bist oder aber schon früher mit deiner Arbeit beginnst als vorgesehen, in beiden Fällen bist du unfall- und krankenversichert.

Aber Achtung: auch wenn es grundsätzlich erlaubt ist, trotz Krankschreibung zu arbeiten, kann der Arbeitgeber dich nach Hause schicken. Der Grund dafür ist die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die er gegenüber allen Angestellten trägt. Solltest du mit der Grippe zur Arbeit kommen, besteht die Gefahr, dass du die anderen Kollegen auch noch ansteckst. Wenn du krank Zuhause bist und dein Arbeitgeber dich trotz Krankschreibung einsetzt, verletzte er diese Fürsorgepflicht und macht sich damit schadensersatzpflichtig.

Arbeiten trotz Krankschreibung: Ein paar generelle Tipps

Solltest du trotz Krankschreibung arbeiten, musst du es deinem Arbeitgeber melden und ihn darüber informieren. Die Diagnose kannst du für dich behalten, rechtlich gesehen ist das Privatsache. Trotzdem solltest du deinen Arbeitgeber soweit informieren, dass sich dieser ein Bild davon machen und sich für oder gegen deine Arbeitsaufnahme entscheiden kann.

Nun sitzt du Zuhause und stellst dir wahrscheinlich die Frage, was du während dieser ganzen Zeit machen sollst. Darf man die eigenen vier Wände verlassen oder ist man für die Zeit der Krankschreibung an sein Bett gefesselt? Wenn du krankgeschrieben bist, wirst du natürlich nicht gezwungen die ganze Zeit nur Zuhause zu hocken, sondern kannst dich frei bewegen, Einkaufen gehen und auch die frische Luft im Park genießen.

Krankmeldung: Was darf ich und was nicht?

Grundsätzlich darfst du als Arbeitnehmer alle Tätigkeiten ausüben, sofern sie keinen negativen Einfluss auf deinen Heilungsprozess haben, was wiederum von der Diagnose und der Entscheidung des Arztes abhängt. Ordnet der Arzt aber Bettruhe an, solltest du dich grundsätzlich nicht außerhalb der Wohnung bewegen und dich auf den Arztbesuch, die Apotheke und den notwendigen Einkauf begrenzen. Versuch dich so weit wie möglich zu schonen. Damit ist ein kurzer und erholsamer Spaziergang erlaubt, anstrengende sportliche Tätigkeiten oder längere Aufenthalte in Freizeiteinrichtungen eher nicht. 

Nebenjob trotz Krankmeldung?

Wenn du krankgeschrieben bist und deinen Hauptjob nicht ausführen kann, solltest du auch nicht unbedingt bei deinem Nebenjob arbeiten. Die Krankschreibung gilt berufsübergreifend und nicht nur für einen Job, es gibt jedoch auch Ausnahmen. Du darfst deinen Nebenjob ausüben, wenn dieser nicht deinen Heilungsprozess beeinträchtigt. Wenn du dir als Fitnesstrainer das Bein gesprochen hast, ist es trotzdem erlaubt, wenn du bei deinem Nebenjob am Computer sitzt und arbeitest. Es kommt also auf den Einzelfall an und zu viel zu arbeiten ist sowieso nicht gesund - achte lieber auf eine ausgewogene Work-Life-Balance.

In den Urlaub fahren bei einer Krankmeldung?

Als Arbeitnehmer darfst du dich während deiner Krankschreibung an einem anderen Ort befinden. Solltest du zum Beispiel zu deinen Eltern oder deinem Freund fahren wollen, damit sie sich um dich kümmern und du dich auskurieren kannst, so ist das erlaubt. Du willst die Zeit nutzen für einen Daytrip ans Meer? Im Prinzip ist das kein Verstoß gegen die Arbeitnehmer-Pflichten, wenn der Daytrip der Genesung dient. Ist der Urlaub allerdings deiner Heilung nicht förderlich, kann dir sogar eine Kündigung drohen. Auch hier kommt es auf den Einzelfall an.  

Sport treiben bei einer Krankmeldung?

Während der Krankschreibung gibt es auch Aktivitäten, die dir dabei helfen schneller wieder gesund zu werden. Solltest du Probleme mit deinen Gelenken haben, tut es sicherlich gut im Schwimmbad ein paar Bahnen zu schwimmen und zu entspannen. Genauso wie die Durchführung anderer sportlicher Aktivitäten. Du solltest dennoch darauf achten, bei deiner Fitness-Einheit nicht zu übertreiben, damit es dir im Anschluss besser und nicht schlechter geht. Ein Spaziergang an der frischen Luft kann deinem Körper natürlich genauso gut tun. Vielleicht machst du eine kleine Runde im Wald oder einem Park in deiner Nähe. In der Natur kannst du besser abschalten und entspannen, zusätzlich versorgt die frische Luft deine Bronchien und Lungen mit Sauerstoff - eine wahre Intensivkur. 

Was du während deiner Krankschreibung machen darfst, hängt grundsätzlich von der Diagnose ab und was dein Arzt dir rät. Du solltest nichts tun was deinen Heilungsprozess verzögern könnte, denn das Wichtigste ist, so schnell wie möglich wieder gesund zu werden. Hör auf deinen Körper und versuch dich so weit wie möglich zu schonen. Gute Besserung!